Das Wodka-Gespräch

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Manche Männer trinken ja mehr Alkohol als andere und mache scheinen damit ein kleines Problem zu haben. Das merkt man aber leider auch immer erst nach ein Paar Wochen.

Da war dieser süße Fußballer aus der Disco. Er sprach mich an und wir verstanden uns sofort super. Er war etwas angetrunken, das war klar. Aber er trinkt nicht mal ein Bier zu viel, wenn er mit Freunden unterwegs ist. Wir verabredeten uns gleich für den nächsten Tag zum Abendessen. Er redete unheimlich viel, was ich aber recht amüsant fand. Ich mag Menschen die viele Geschichten zu erzählen haben. Und weil wir uns so sympathisch waren blieben wir in Kontakt. Wir waren essen, im Kino oder einfach nur spazieren. Er trank bei jedem Treffen sein obligatorisches Bierchen, was jetzt nicht wirklich ein Grund zur Sorge war, fand ich zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Es kam die Weihnachtszeit und er lud mich ein seinen Weihnachtsbaum gemeinsam zu schmücken. Ich folgte seiner Einladung gerne, da ich diese Zeit und alles was damit zu tun hat liebe. Ich kam bei ihm Zuhause an und er hatte Plätzchen und Glühwein bereit gestellt. Allerdings war die Flasche schon halb leer als ich ankam. Das erst mal dachte ich mir das dieser Mensch etwas zu viel trinkt. Ich wollte aber nicht vorschnell verurteilen, meine Vorsicht war aber geweckt.

Die Tage vergingen und die Weihnachtszeit ging vorbei und Silvester kam. Eigentlich wollte er mich mal besuchen kommen. Ich wartet eine Stunde, aber er kam nicht. Ich wunderte mich und rief ihn an. „Ja, ich hab ein bisschen viel getrunken, du musst herkommen.“ Es war erst 14 Uhr und er war schon betrunken??? Zum ersten mal kamen mir wirklich Zweifel, aber weil ich etwas sorge um ihn hatte fuhr ich zu ihm um einfach zu sehen ob es ihm gut geht. Er machte mir die Tür mit einer wahnsinnigen Fahne auf. Ich setze mich auf sein Sofa und wollte eigentlich mit ihm reden, denn das war der falsche Mann für mich. Als ich da so saß merkte ich etwas hartes am Po. Ich griff unter das Sofakissen und zog eine Wodka Flasche hervor. Ich fragte ihn was das denn sollte das der Wodka unter dem Sofakissen liegt und er meinte: „Den muss ich immer verstecken, wenn meine Mutter kommt, sonst schimpft sie wieder das ich zu viel trinke.“ Wie recht sie doch hatte, dachte ich bei mir. Ich beschloss, das es wenig sinn hatte ein Gespräch mit ihm zu führen wenn er in diesem zustand war, aber eine Lösung musste her.

Ich überlegte mir, wie ich ein Gespräch im Nüchternen zustand bekommen könnte. Also lud ich ihn in der Woche drauf zu essen bei mir zuhause ein. Wenn er fahren müsste, dann kann er ja nichts trinken, so meine Theorie. Er kam auch tatsächlich an und schien nüchtern zu sein. Ich war äußerst erfreut über diese Tatsache. Wir aßen und als wir nach dem Essen auf dem Sofa saßen sagte ich vorsichtig: „Wir müssen mal darüber reden wie das alles hier weitergeht mit uns.“ Er bejahte dies und wollte sich kurz was zu trinken holen vor dem Gespräch. Ich ging von Wasser oder so aus, das er allerdings die Wodkaflasche in meinem Kühlschrank meinte ahnte ich zu diesen Zeitpunkt noch nicht. Er ging in die Küche und kam nicht wieder.
Ich stand auf um nach ihm zu sehen und fand ihn an die Arbeitsplatte gelehnt, mit der Flasche in der Hand. Er hatte die halbe Flasche alleine getrunken. Stehen konnte er nicht mehr wirklich.
Er verkündete mir das er jetzt zu McDonald’s fahren würde weil er Hunger hätte. Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. Das konnte und wollte ich nicht zulassen, das jemand in seinem Zustand in ein Auto steigt. Ich begann mit ihm zu diskutieren doch das machte alles nur noch schlimmer. Er wurde richtig aggressiv und meckerte mich an: „Du hast mir gar nichts zu sagen, du bist ja nicht meine Mutter.“ Da kam mir die zündende Idee…
„Mutter…???“, dachte ich mir. Mir fiel ein wie man mit einem bockigen Kind redet und sagte zu ihm: „Schau mal, du kannst doch jetzt nicht mit dem Auto fahren. Wenn dir was passiert dann werde ich ganz traurig und muss die ganze Zeit weinen, das willst du doch nicht.“ Er schaute mich mit großen Kulleraugen an, torkelte zum Sofa und meinte Bedrückt: „Nein, ich will nicht das du traurig bist.“

Ich machte seinen Gürtel auf, zog ihm die Hose aus, legte ihn aufs Sofa und deckte ihn zu. Ich wollte ihn nicht neben mich legen, am Ende hätte er sich noch übergeben. Stink sauer ging ich in mein Bett und schmiss ihn am nächsten morgen, als er wieder halbwegs fahrtüchtig war, hinaus.
Dieses Mal beendete ich es per What App, denn nochmal einen Gesprächsversuch wollte ich unter keinen Umständen starten. So jemand darf auf einen Fall in die Nähe meiner Kinder.

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2 Kommentare

  1. Liebe Christin,
    Ich feiere deinen Blog und deine Storys wirklich sehr! 😀 Hab schon so einige Mannsbilder wiedererkannt und zusammen mit Freundinnen einen Lacher nach dem anderen genossen. Deinen Blog findet man jetzt auch unter meinen Lieblingsblogs auf meinem Blog verlinkt.
    Glaub mir du sprichst sicherlich so einigen Frauen aus der Seele, mach weiter so <3

    Liebe Grüße, Sinah

  2. Meine Liebe,
    auch wenn ich selbst schon seit Jahren vergeben bin und nicht weiß, wie es aktuell auf dem Männermarkt aussieht, finde ich deine Geschichten so interessant. Unglaublich was einem da über den WEG läuft. Ich muss oft herzlich lachen und amüsieren mich. Vielen lieben DANK fürs teilhaben.

    LG Daniela

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