Der kleine Holländer

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Ich hatte lange Zeit etwas mit einem kleinen Holländer. Der war total süß und witzig und warum das werde ich heute erzählen.
Als aller erstes ist ja der holländische Dialekt total goldig, finde ich. Wenn er immer gesprochen hat dann war das irgendwie total süß, außerdem war er immer sehr bemüht. Bei unserem ersten Date brachte er mir Rosen mit. An dieses Date werde ich mich immer gern erinnern. Wir waren in einer Bar und als ich von der Toilette kam nahm er meine Hand und sagte: „renn los…!“
Wir stürmten aus der Bar und als ich fragte was denn los sei meinte er nur: „Ich habe nicht bezahlt!“
„Waaaas?“, rief ich. Er fing das Lachen an. Ich fragte ihn immer wieder ob er bezahlt hätte aber ich bekam als Antwort: „An unserer Hochzeit werde ich es dir verraten.“ Wir spazierten also an einem Fluss entlang, noch etwas außer Puste und ich hatte in der Hand meinen Strauß Rosen. Es war eine warme Sommernacht und als wir uns als Flussufer setzen küsste er mich das erste mal. Es war ein rund um tolles Date. Ob er bezahlt hatte oder nicht weiß ich bis heute nicht, denn geheiratet haben wir nie 😉

Die Zeit verging und aus uns wurde ein richtiges Paar. Wir machten alles was man so tut wenn man zusammen ist. Gingen zu meinen Eltern, kochten gemeinsam und machten lange Horrorfilm Nächte mit einem Glas Rotwein. Meine Kinder liebten ihn, denn wir gingen auch gemeinsam in den Zoo oder ins Schwimmbad. Er richtete mir meinen Fernseher neu ein, reparierte meinen Dunstabzug und räumte meine Küchenschränke auf. Im Gegenzug ging ich für ihn einkaufen wenn er krank war, wusch seine Vorhänge und besorgte im ordentliche Aspirin wenn er Kopfschmerzen hatte. Kurz, alles war so wie ich es mir immer gewünscht hatte.

An Halloween kam er wieder grinsend zu mir. Ich sah in seiner Hand mal wieder einen eingepackten Blumenstrauß (er brachte mir wirklich oft Blumen mit). Er kam zur Tür herein, für die er mittlerweile einen eigenen Schlüssel hatte, und stand grinsend im Flur. „Es ist Halloween und darum habe ich heute besondere Blumen für dich“ lachte er total fröhlich. Ich war total gespannt und wickelte die Blumen aus.
Und was konnte ich sehen????
Einen wirklich hässlichen, grün-lila Kohl. Es war ein Kohl mit Grünzeug drum herum. Ich musste laut lachen denn ich dachte an die Arme Verkäuferin im Blumenladen. Was muss die sich gedacht haben. Er war in den Laden gegangen und hatte gesagt: „Ich brauche die hässlichsten Blumen die sie haben für meine Freundin.“ Ob er wohl erwähnt hatte das er die Blumen nur schenkte weil Halloween war?
Ich freute mich dennoch, denn einfallsreich war er ja. Ich nahm ihn in den Arm und gab ihm einen dicken Kuss. Das war seine Art von sympathischem Humor die ihn so liebenswert machte.
Ich finde immer bei Geschenken kommt es nicht auf den Wert an, sondern auf die Geste und das er so viel Kreativität an den Tag legte fand ich einfach süß.

Ich stellte die Blumen in eine Vase auf meinen Tisch. Am nächsten Tag kam meine Schwester vorbei und als sie in meine Küche kam fragte sie erstaunt: „Wo sind diese hässlichen Blumen her?“ Ich lachte und sagte: „Dieser wunderschöne Kohl ist vom kleinen Holländer.“ Sie grinste und meinte nur: „Ihr zwei seid soooo blöd!“ Und ja, sie hatte recht, wir waren wirklich blöd. Wir waren mittlerweile ein eingespieltes Team mit kleinen Insiderwitzen und einem richtigen Leben. Wir waren sehr glücklich und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl bei einem Mann angekommen zu sein.

Eines Abends war ich mit meinen Arbeitskolleginnen essen. Normalerweise war er recht entspannt was das anging. Er schrieb nachmittags das er schon mal zu mir in die Wohnung gehen würde, da er mein Sofa bequemer fand als seines und ich freute mich das er zuhause auf mich warten würde. Während des Essens schrieb er dann dauernd. „Wie lange dauert es noch?“ , „Schreib wenn die kommst!“ , „Hast du schon gegessen?“
Ich war etwas verwundert, denn normal interessierte ihn das nicht. Wenn ich da war, war ich da.
Als wir losfuhren sagte ich ihm Bescheid und schon im Auto erkannte ich das komische Licht im Treppenhaus. Ich stieg verwundert aus und als ich Tür aufsperrte war das ganze Treppenhaus voller Kerzen. Mir stiegen schon die Tränen in die Augen und ich ging in meine Wohnung. Dort gingen die Kerzen weiter und im Flur war ein großes Herz aus Teelichtern, Rosen und Kastanien. Er kam mir entgegen, nahm mich in den Arm und schaute mir tief in die Augen, dann gab er mir einen Kuss und führte mich ins Wohnzimmer.

Ich setze mich auf seinen Schoß und er schaute mir wieder tief in die Augen. „Ich liebe dich!“, flüsterte er mir ins Ohr und mit Tränen in den Augen (vor lauter Rührung und Glück) flüsterte ich ich zurück: „Ich liebe dich auch!“

Fortsetzung folgt…..

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