Das Tuning Date

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Ja ich weiß es ist ein Klischee. Männer und ihre Autos das ist ja so Thema für sich. Ich weiß es gibt Frauen denen ist es sehr wichtig das ein Mann ein schönes Auto hat, mit dem man sich auch zeigen kann, zu diesen Frauen gehöre ich allerdings gar nicht. Wenn dann die liebe zum Auto alles andere überschattet, dann macht ein Date nicht wirklich spaß.

Da war dieser Mann aus dem Internet. Eigentlich könnte ich den Anfang jeder Geschichte immer einfach kopieren. Mir fällt auf das es immer das Prozedere ist. Chatten, telefonieren und wenn er nett ist treffen.
Er erzählte mir schon das er in der Tuningszene etwas vertreten ist. Laut seiner Aussage nicht viel, laut seinem Facebookprofil sehr viel. Aber warum nicht mal kennenlernen. Ich meine Hobbys haben wir ja alle und jeder braucht etwas für das er sich begeistern kann.

Er wollte mich Zuhause abholen und ich kannte das Auto schon von Facebook Bildern. Ich dachte mir nicht viel dabei, aber als diese riesen Karre dann in meinem Hof stand schob die Nachbarin sofort den Vorhang zur Seite und zu sehen was da los ist. Der Auspuff brummte total laut und er schoss in einem Tempo um die Kurve das er einfach weder zu überhören, noch zu übersehen war. Ich bemerkte ihn, so wie die Nachbarin, ohne das er klingeln musste.

Ich ging hinunter in den Hof und begrüßte ihn, natürlich verlor ich ein lobendes Wort über dieses tolle Auto. Er öffnete mir die Tür und meinte freundlich: „Bitte Schuhe ausziehen sonst wird die Fußmatte dreckig!“ – „Wie bitte?“ , fragte ich. Ich dachte erst, es sei ein Scherz, aber es war sein voller ernst. Wahrscheinlich hatte er extra ein Handtuch für Schuhe im Kofferraum, nicht das da am Ende ein Sandkörnchen liegen bleiben würde.
Ich hatte schöne schwarze High Heels an, keine dreckigen Gummistiefel, nur mal so am Rande bemerkt.
Ich zog also meine Schuhe aus und setzte mich vorsichtig auf den Sitz. Ich traute mich gar nicht bewegen, nicht das ich noch ein Haar verlor und das am Ende auf dem Sitz kleben bleibt.

Ich gebe euch noch eine kurze Erklärung bevor ich den nächsten Absatz beginne. Ich wohne in einem kleinen fränkischen Dorf, hier kennt jeder jeden und man versucht möglichst wenig aufzufallen. Wie das halt auf dem Dorf so ist.

So, wir fuhren also los mit diesem aufgemotzten Auto in dunkelblau mit orangen Felgen, und genau als wir an der Kirch vorbei fuhren (die gerade aus war und das halbe Dorf heraus kam) drehte er die Musik total laut auf und meinte ich solle doch den tollen Sound bewundern. Mir war das so peinlich in dem Moment das ich nicht wollte das mich jemand erkennt.
Blitzschnell bückte ich mich uns tat so als ob ich etwas in meiner Tasche suche würde. „Hab ich jetzt meinen Schlüssel eingepackt“ , murmelte ich vor mich hin und wühlte besonders ausgiebig in der Handtasche.
Erst als wir aus dem Dorf draußen waren kam ich mit dem Kopf wieder nach oben und meinte: „Alles gut!“
Wie muss das wohl ausgesehen haben, ich finde diese Vorstellung heute einfach total lustig. Dieser Kerl der sooo stolz auf sein Auto ist und die Frau der das so peinlich ist dass sie ihren Kopf in die Handtasche steckt damit sie niemand erkennt.

Es ging auch das ganze Date um das Auto, die Lackierung und die Felgen. Ständig klingelte das Handy und die Tuning Gruppe schrieb und ich glaube bei diesem Mann kein Platz für eine Frau im Leben. Er wäre sicher ein netter Kerl gewesen, aber meine Kinder hätte er bestimmt bei jeder fahrt aufs Dach geschnallt, nur damit sie keinen Krümel in das Auto bringen.

Ich hab übrigens beim aussteigen aus dem Auto meine Schuhe wieder an die Autotür getragen bekommen und beim nach Hause bringen zog ich sie lieber gleich freiwillig aus 😉

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2 Kommentare

  1. Meine Güte! Manche haben aber wirklich einen an der Klatsche. Sehr gegrinst über die Geschichte. Ja ich wünsch dir noch viel Spass beim „Frösche küssen“ und hoffe er ist nicht so schnell dabei, der Traumprinz. Denn sonst haben wir ein paar lustige Geschichten weniger :-p.

  2. Hi Christine,
    mein Auto dürftest du ruhigen Gewissens vollkrümeln, würde nicht weiter auffallen ?

    Wieder eine Leidenschaft die ich nicht mit vielen meiner Geschlechtsgenossen teile, nicht mehr.

    Grüße
    Sascha

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