Die Magie eines Schmetterlings

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Ich schreibe immer von schlechten Dates und viele meinen, in meiner Singlezeit war alles schlecht und furchtbar. Darum habe ich beschlossen auch ab und zu schöne Erlebnisse aufzuschreiben. Habe ich ja schon 2 Mal gemacht mit Oliver. Dem aufmerksamen Leser wird heute auffallen, dass wir schon wieder bei ihm sind. Ach ja, das war ein tolles Date von dem ich euch heute erzähle.

Er lud mich zu sich in seine Heimatstadt ein, denn wir waren im Dauerstreit. Seit wir uns kannten, wurden wir uns nicht einig, wer in der schöneren Stadt lebte. Er kannte meine schon, jetzt war ich dran seine anzuschauen. Ich fuhr zu ihm und er zeigte mir zuerst ein kleines Schlösschen. Ich muss sagen, das war an Romantik kaum zu überbieten. Wir fuhren mit den Longboards um das kleine Schloss herum und dann gingen wir auf einem Schotterweg spazieren. Wir setzen uns auf eine kleine Bank vor einen Brunnen, um den Brunnen herum waren lauter Rosen. Es war herrlich kann ich euch sagen.
Wir liefen noch durch einen kleinen Wald, es sah fast aus wie ein Feenwäldchen, durch das ein kleiner Fluss lief. Ich hätte nicht damit gerechnet das er mich Felsen hinauf klettern lässt denn ich hatte eine weiße Hose an. Aber das war in dem Augenblick auch egal.

Danach fuhren wir auf eine Burg. Oliver wusste wirklich alles über diesen Ort, ich habe so viel gelernt, es war beeindruckend, was er alles erzählte. Wir besichtigten alles von drinnen und ich kann euch schon sagen, als er meine Hand nahm und mich die Treppe hinunter führte, fühlte ich mich schon so ein kleines bißchen wie seine Königin. Er lächelte mich immer wieder liebevoll an, sah in meine leuchtenden Augen und meinte nur: „Du bist so süß, wenn du dich freust.“ Er zeigte mir alle Räume der Burg und immer wieder den Ausblick auf „seine“ Stadt.

Es war ein wahnsinnig heißer Tag und wir wollten an einen See fahren um Longboard zu fahren. Als wir die Losfuhren entdeckte wir das man dort Surfbretter mieten konnte. Wir schauten uns an und uns war klar was wir als nächstes tun würden. Der Mann dem der verleih gehörte war ein sehr alter Mann der mit Strohhut in einem Klappstuhl saß. Er war so urig und sympathisch. Wir beschlossen uns ein Paddelbrett zusammen zu nehmen. Wir stiegen auf und plumpsten erstmal beide ins Wasser, da die Angelegenheit wackeliger war als wir dachen. Es war so lustig und nach ein paar Minuten hatten wir den dreh dann raus damit das Brett uns beide übers Wasser trug. Oliver meinte ich sollte mich hinlegen und er paddelte los. Wenn ich nach vorne schaute sah ich die Burg, über mir der strahlend blaue Himmel und die Sonne und hinter mir Oliver. Seine Haare waren nass und zerzaust und er kniff die Augen zusammen und grinste mich an. Es hätte nicht schöner sein können als ich plötzlich aus meinem Tagtraum gerissen wurde, eine Ladung kaltes Wasser traf mich voll im Gesicht. „Hey, runter mit dir, ich will ich aufs Brett stellen!“ , meinte er lachend. Ich versuchte ihn vom Brett zu stoßen, aber er stand echt sichter.

Nach einiger Zeit kam er auf die Idee mir Arschbomben beizubringen. Ich bin ein Mädchen, ich hab das nicht in meiner Jungend gemacht. Während er es mit einem großen Platscher zielsicher vormachte, sah ich wohl ehr aus wie ein kleiner dicker Frosch der erschrocken vom Surfbrett hopst. Ich hörte ihn immer nur rufen: „Beine mehr anziehen!“ Ich weiß nicht wann ich das letzte mal so unbeschwert lachen musste und irgendwann gab er dann auf. Wir kletterten aus dem Wasser und gaben das Bord zurück. Da wir die Handtücher im Auto gelassen hatten beschlossen wir in Bade Sachen Longboard zu fahren. Er nahm meine Hand und wir fuhren Hand in Hand um den See. Es war wunderbar. Er sah mich an und meinte: „Du bist ganz schön Sexy auf dem Longboard.“ Ich musste grinsen und dachte genau das Gleiche über ihn. Er fuhr Oberkörperfrei und lächelnd vor mir her. Im Wind wehten seine vom Wasser zerzausten Haare und immer wieder nahm er lächelnd meine Hand. Wir fuhren bis uns die Puste ausging und beschlossen dann, uns auf eine Decke in den Schatten zu legen.

Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen, um uns herum lauter hohe Bäume und direkt neben uns eine große Blumenwiese, auf der ein Schmetterling flatterte. Mittlerweile war es Abend. Er lag neben mir und wir schauten uns an. Während er mich küsste, fuhr meine Hand durch seine weichen Haare, sein Gesicht war ganz nah und ich sah ganz tief in seine wunderschönen Augen. Plötzlich entdeckte ich das sich der Schmetterling auf mein Bein gesetzt hatte. Er flüsterte: „Nicht bewegen!“ Und tatsächlich blieb er lange sitzen und flatterte mit seinen Flügeln. Lächelnd meinte er: „Der kommt wohl aus deinem Bauch.“ Ich musste lachen und meinte nur: „Ja, da ist wohl einer entwischt.“
Wir saßen eine ganze Weile auf der Decke und er Schmetterling folg tatsächlich die ganze Zeit um uns herum. Er war total zutraulich und es wirkte fast so, als wäre aus meinem Bauch gekommen. Als Oliver die Decke nahm und wir zum Auto liefen setze sich der Schmetterling erst auf meine Schulter und dann auf meine Hand. Dort blieb er sitzen bis wir ins Auto stigen. Irgendwie war dieser Moment magisch. Vielleicht bin ich kitschig aber als Mensch der nicht an Zufälle glaubt und der der Meinung ist das uns unser weg im Leben vorbestimmt ist hatte dieser Moment auf der Lichtung mit dem Schmetterling etwas ganz besonderes für mich.

Wir waren an diesem Tag unzertrennlich. Zwei Menschen, die für einander wie geschaffen waren. Zwischen uns war etwas das man nicht erklären kann. So sehr ich auch versuche in Worte zu fassen was uns verbindet, es gelingt mir nicht. Wir waren wie zwei Magneten die sich immer wieder anzogen. Der eine kann ohne den anderen nicht sein. Egal wie schwer der Weg auch zu diesem Augenblick auch schien, wenn wir zusammen waren stand die Welt still. So wie Plus und Minus, Schatten und Licht, das eine gibts ohne das andere nicht.

Wir wollten zum Schluss noch Mal baden im See, aber das Wasser war uns dann etwas zu kalt und so setzen wir uns einfach ans Wasser und beobachteten die Wellen. Ich saß hinter ihm und hatte die Arme und Beine um seinen Körper geschlungen. Keiner sagte etwas und in der Luft eine Art von Traurigkeit die ich bis dahin nicht kannte. Mein Herz wurde schwer und ich wünschte mir nichts sehnlicher als den Augenblick einzufrieren. Ich wollte ihn nie wieder los lassen. Als ich meinen Kopf auf seinem Rücken ablegte kullerte mir eine Träne über die Wange, denn tief in mir spürte ich das so ein Augenblick nie mehr wieder kommen wird….

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6 Kommentare

  1. Ich finde den Artikel wunderschön und danke Dir… Du hast es wunderbar in Worte gepackt, was für ein Gefühl (ich würde es Nähe oder Geborgenheit nenne) entstanden ist. Die Traurigkeit kann ich auch verstehen, weil in dem Moment spüre ich einfach, dass es ein ganz besonderer Moment ist und der so nie wieder kommt…

  2. Hach.. so ein schöner Artikel und dieser Moment muss einfach wirklich magisch gewesen sein. So traurig und schön zugleich. Es gibt immer Momente im Leben, die unvergessen bleiben und Gefühle in einem geweckt haben, die man zuvor vielleicht auch nicht kannte.

    Ich bin ein ganz großer Fan von dir und deinen schlechten sowie guten Dates.
    Wünsch dir einen tollen Tag.

    Liebste Grüße,
    Heike

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