Freundschaft Plus – Kann das gut gehen?

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Um gemeinsam Spaß im Bett zu haben, muss man nicht unbedingt fest zusammen sein. Das ist zumindest heute die verbreitete Ansicht, denn eine Freundschaft mit „gewissen Vorzügen“ , auch Mingle dasein, kann durchaus auch Vorteile mit sich bringen. Dieses Wort ist die neue Bezeichnung für die Freundschaft Plus. Mir begegnet diese Form leider immer wieder und ist für mich ein absolutes No-Go.

Keiner hat ein Exklusivrecht auf  den anderen und man bleibt unabhängig. Fühlen beide Seiten ähnlich und sind sich einig, dass das Ganze unverbindlich bleibt, mag das klappen. Doch eine Studie möchte uns nun das Gegenteil beweisen. Diese Studie der US-Assistenz-Professorin Kenda Knight kommt nun zu dem Ergebnis, dass Freundschaft Plus nicht funktionieren kann. Und das hat einen ganz simplen Grund: Man redet zu wenig über sich.

Ich selbst kenne dieses Phänomen auch. Versuchen wir, uns eine Beziehung aufzubauen sagen wir klar was wir uns vorstellen, reden über unsere wünsche und äußern klar was wir nicht wollen. Bei einer „lockeren“ Bettgeschichte tun wir das nicht. Wir haben angst als anhänglich oder kompliziert zu gelten und schweigen deshalb über unsere Bedürfnisse. Das zeigt auch die Studie.

Bitte nicht verlieben!

Oft ist bei diesen Mingel Geschichten die Entwicklung von Gefühlen das Todesurteil für die „Beziehung“ (oder wie auch immer man das nennen mag).
Es war doch alles so schön unkompliziert. Man hat sich 1 – 2 Mal die Woche getroffen, hatte ein bißchen Spaß und dann ist wieder jeder seiner Wege gegangen. Man musste sich nicht öffnen, keine zu tiefen Gefühle zulassen und unserer Familie mussten wir auch nichts vom anderen erzählen. Doch plötzlich kommt der andere und gesteht seine Gefühle.

Leider beruht es aus meiner Erfahrung in den wenigsten Fällen auf Gegenseitigkeit. War am Anfang die Abmachung doch klar. Äußert dann einer von beiden seine Gefühle ist der andere leider oft ganz schnell weg. Sei es aus dem Grund den anderen schützen zu wollen oder einfach aus angst vor der festen Bindung.

Bindungsangst führt zum Mingle Dasein 

Der Grund für diese Form der Beziehung ist die „Unverbindlichkeit“. Bei der Frage nach dem warum, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Als ein wichtiger Punkt ist Angst zu nennen – genauer gesagt Bindungsangst. So bekommen einige von uns einfach schiss, wenn es darum geht, eine feste Partnerschaft einzugehen. Führt man hingegen eine Mingle-Beziehung, kann diese Angst ganz unbegründet sein, denn man befindet sich ja schließlich permanent auf der Suche nach dem Traumpartner und hält sich gleichzeitig von jeglicher Verantwortung fern. Ist doch angenehm sich immer alle Türen offen zu halten.

Ein anderer Grund für die Freundschaft Plus, ist die zunehmende Befristung in unserem heutigen Zeitalter. So geht die Befristung des Jobs einher mit dem befristeten Wohnen in einer Stadt usw. Warum dann also noch entfristete Beziehungen führen, wenn das Mingle-Dasein alles doch so viel einfacher macht?

Hinzukommt aber noch ein weiterer Grund. Wer sich mit dem  „Mingle“  dasein beschäftigt, der weiß, dass Mingles Menschen sind, die vor allem um ihr eigenes Wohl bedacht sind. Ihre Selbstverwirklichung und der Spaß am Leben stehen für sie im Vordergrund. Eine klassische Beziehung zu führen, würde jedoch bedeuten, Verantwortung und Rücksicht auf jemanden zu (über)nehmen zu müssen und das ist nun wirklich das Letzte, was eine Mingle möchte. Ich selbst musste das schon feststellen. Diese Menschen sind sich leider oft nur selbst am nächsten.

Zusammen und doch allein

Man muss sich bei dieser Form der Beziehung bewusst machen das man zwar zusammen aber doch alleine ist. Man teilt schöne Stunden miteinander, aber der andere geht dann wieder. Ob man so eine Form der Beziehung möchte muss jeder für sich entscheiden.
Ich finde es hart wenn man gemeinsam schöne Stunden verbringt und der andere dann wieder geht. Dieses in der „Warteschleife“ bei einem Menschen stecken, kann sehr verletzend sein. Hofft man insgeheim doch immer darauf das sich der andere ganz für einen entscheidet und man ein gemeinsames Leben führt.
Man ist viel allein und gemeinsame Kinobesuche oder Familienfeiern sind bei dieser Lebensform leider nicht die Regel.

Spricht man vorher über die Form der Beziehung und alles ist geklärt kann diese Form der Beziehung sicher für beide Seiten befriedigend sein, verliebt man sich jedoch ist die Gefahr verletzt zu werden sehr hoch. Für mich persönlich wäre es nichts, denn ich brauche das wissen das mein Partner bei mir bleibt und zu mir steht. Außerdem ist Sex mit Liebe eh viel schöner…. 😉

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4 Kommentare

  1. Schwieriges Thema wie du schon sagst. Mir ist aber auch aufgefallen dass zu 90% nur noch das gesucht wird. Traurig aber wahr. Keine Ahnung was mit den Menschen los is. Obwohl du hast es ja super begründet. Ich denke für eine kurze Dauer kann sowas best gut funktionieren. Auf längere Sicht muss sowas scheitern. Iwer verliebt sich doch immer ??

    1. Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht, das klar definiert war und dann doch weh getan hat. Darum sage ich für mich: Nie mehr :-)

  2. Die Studie lese ich mir nachher mal durch, weil da ziemlich viel durcheinander gebracht wurde. Freundschaft Plus ist Sex mit Freunden, wie der Name es ja schon wiedergibt. Man kennt sich schon lange, weiß alles vom anderen und entscheidet sich dann auch miteinander zu schlafen. Aber man ist nach wie vor befreundet. Daher stimmt das nicht, dass man nicht über sich redet, im Gegenteil, dieser Mensch kennt dich manchmal besser als man sich selber.

    Bei dem Begriff Mingle handelt es sich um eine Wortkreation aus den englischen Begriffen „mixed“ und „Single“ und bedeutet, dass man „offiziell“ Single ist, aber gleichzeitig temporär einen beziehungsähnlichen Zustand hat. Man wird den Freunden vorgestellt und macht sehr viel zusammen. Oft ist das die Phase in einer Kennenlernzeit, da wo die Weichen nicht eindeutig gestellt wurden, weil man es nicht anspricht. Sagen wir mal so, wenn man eine Beziehung haben will, dann muss man es ansprechen. Warum sollte der andere etwas aufgeben, wenn er alles haben kann und sehr zufrieden mit diesem Zustand ist. Da geht es schon los mit dem verbiegen für den anderen, aus Angst ihn zu verlieren …

    Dann gibt es noch die Affäre, da geht es nur um Sex, man redet wenig über sich und wenn man sich trifft, dann nur zu Hause im Bett. Wenn man sich bewusst auf eine Affäre einlässt, dann sollte man es ansprechen, sobald man mit seinen Gefühlen nicht mehr klar kommt. Aber aus Angst und stillen Hoffnung her wird geschwiegen, um den anderen nicht zu verlieren.

    Die Frage ist doch viel mehr, wer hat hier Angst. Denn es gibt eine aktive und passive Bindungsangst. Aktiv sind die, die immer weglaufen und passive, die alles tun, um denjenigen zu behalten und sich auch immer wieder solche Kandidaten suchen.

    Bei allen drei geht es ganz klar um Eigenverantwortung. Single ist nicht gleich Single. Es gibt verschiedene Phasen. Manchmal ist das Timing blöd und jeder hat andere Vorstellungen. Ein Single der gerade in der Selbstverwirklichungsphase steckt, denkt an sich und das ist nichts schlechtes. Oft sind es Singles, die vorher mehr an andere gedacht haben und jetzt hat man sich entschieden, für eine Weile nur ich zu sein. Die klassische Beziehung wie damals, wird es auf Langzeit nicht mehr geben, dann hätten die Frauen sich nicht emanzipieren dürfen. Man kann nicht alles haben oder doch? Wenn jeder an sich denkt, dann ist an alle gedacht. Vielleicht sollte man aufhören, anderen die Verantwortung zu geben und sie selber übernehmen. Dann wird man auch viel weniger Probleme mit dem anderen Geschlecht haben. Da haben Männer uns etwas vorraus, weil sie von Anfang an so erzogen werden, dass sie die Verantwortung tragen. Liebe Grüße Julia

  3. Ja, kann man so sehen.
    Aber denke schon, dass sowas funktionieren kann. Das Problem ist, denke ich, dass viele denken dass das für ewig ist. Also eine Sex-Beziehung (sprechen wirs doch einfach an!). Nur bringt viel Zeit miteinander, auch wenn sie gestreckt auf mehrere Wochen ist, doch einen Zusammenhalt und Gefühle füreinander. Das ist ja nur logisch: Ich habe ja keinen Sex mit jemanden, den ich eig. blöd finde. Das wäre quasi die perfekte Sex-Beziehung. Sex mit jemanden den man charakterlich total scheiße findet.
    Doch Sex hat immer die Komponente der gegenseitigen ANziehung und auf Dauer führt das immer (würde ich behaupten) zu dem Problem, dass einer sich mehr vorstellen kann.

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