Loslassen – warum ist das manchmal so schwer

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In letzter Zeit habe ich immer wieder beobachten können, wie die Menschen um mich herum etwas nicht loslassen konnten. Ich nehme mich da selbst gar nicht raus. Oft treten Menschen in unser Leben die uns ab einem Gewissen Punkt einfach nicht mehr gut tun. Doch warum ist es dann so schwer sich von diesen Menschen zu lösen?

Loslassen bedeutet zu erst Verlust

Loslassen bedeutet im ersten Augenblick erstmal, etwas zu verlieren. Wir haben angst vor  diesem Verlust und vor dem Schmerz den er mit sich bringen wird. Das schräge daran ist, wir Menschen sind sehr leidensfähig und geduldig wenn wir etwas nicht loslassen wollen. Wir denken immer wieder: „Jetzt habe ich so viel Zeit, Liebe, usw investiert.“ Aber krampfhaft an etwas festhalten macht uns auf Dauer nur selbst unglücklich.
„Love it, change it or leave it“ heißt ein bekannter Spruch. Und manchmal bleibt einem tatsächlich nur die letzte Möglichkeit. Aber warum ist es so schwer? Weil es bedeutet, sich innerlich von einem Wunsch zu verabschieden. Und was kommt dann: die große Leere? Die große Freiheit? Loszulassen macht Angst, weil wir etwas unwiderruflich verlieren könnten.

Es wird einem gesagt, man müsse “loslassen”. Dabei ist das Loslassen doch das allerletzte was man eigentlich gerade will. Loslassen kann man auch nicht lernen, so, wie man etwa eine Sprache lernt. Man muß es auch nicht lernen, denn lernen ist das völlig falsche Wort. Wir können das nicht lernen in dem wir uns das beispielsweise immer wieder vorsagen. Wir lassen einzig und allein nur dadurch los, dass wir akzeptieren, dass die Beziehung gescheitert ist. Wir nehmen hin, dass wir die Situation nicht mehr ändern können. Sobald wir wirklich loslassen wollen, wird automatisch ein Prozess in Gang gesetzt, der uns hilft, durch den Tag zu kommen. Wir nehmen das nicht wirklich wahr aber wir werden schon bald rückblickend feststellen, dass es wie von Zauberhand besser geworden ist. Wenn auch nur minimal.

Wie gelingt das loslassen

Es hilft uns nicht, wenn die Umgebung gut gemeinte Ratschläge erteilt: „Lass es sein, es hat keinen Sinn.“ Wir selbst müssen die Entscheidung treffen, etwas innerlich zu beenden. Das zu wollen ist wahnsinnig schwierig, weil wir ja meist innerlich noch an dem Wunsch hängen. Um etwas loszulassen, muss man sich den Gefühlen des Verlustes stellen. Das kann dauern. Das Herz braucht dazu manchmal etwas länger als der Kopf. Gerade dann, wenn wir viel aufgeben müssen. Sich schnell zu trösten – zum Beispiel nach einer verlorenen Liebe gleich in die nächste Partnerschaft zu taumeln – bringt gar nichts. Erst muss das Erlebte innerlich abgeschlossen sein. Dann kann man loslassen.

Wie könnte ein erster Schritt in Richtung Loslassen aussehen?
Dass wir zum Beispiel versuchen, mehr im hier und jetzt zu leben. Ein irisches Sprichwort sagt: Lieber eine gute Sache, die gerade ist, als zwei gute Sachen, die waren, oder drei gute Sachen, die niemals sein werden. Ein guter Denkansatz: All das, was wir tun oder fühlen, worüber wir verzweifelt oder glücklich sind – es geschieht in der Gegenwart. Dennoch leben wir gedanklich in der Zukunft. Stellen uns vor wie es mit dem Mann hätte sein können. Darüber vergessen wir ganz, das Jetzt zu genießen. . Wir kleben an unseren eigenen Wünschen und Hoffnungen, wir wollen dauernd etwas vom Schicksal bekommen, anstatt zu akzeptieren, was ist.

Wie kommen wir aus diesem Teufelskreis heraus?
Indem man die Wahrnehmung für das eigene Empfinden schult. Wie fühlt es sich an, wenn ich unglücklich bin? Wie schlägt mein Herz? Was spielt sich in meinem Magen ab? Oft hilft es, sich das einfach nur sich selbst bewusst zu machen, laufen zu gehen, oder laut die Musik aufzudrehen. Wer auf eigene Gefühle achtet, im besten Sinne also achtsam ist, kommt leichter immer wieder in die Gegenwart zurück. Das hilft auch dabei, sich nicht von Gedanken und Emotionen überrollen zu lassen oder in die – gerade bei uns Frauen beliebte – Endlos-grübeln-Schleife zu geraten. Wir werden schnell feststellen das sich die Welt weiter dreht.

Loslassen macht frei

Ich weiß selbst am besten wie schwer es ist einen Menschen den man liebt loszulassen. Aber wie ich es schon Geschrieben habe: Es beginnt im Kopf. Manchmal kam ich mir vor wie eine Drogensüchtige. Ich wusste mir tut etwas nicht gut, aber ich konnte es nicht aufgeben. Mein Leben war eine ganze Zeit wie auf Pause gedrückt. Egal was meine Freundinnen sagten, ich wollte es nicht aufgeben. Ich habe jeden Tag gewartet das etwas passiert.
Aber dann kam der Punkt an dem ich beschloss nicht mehr zu warten. Ich habe begonnen mein Leben wieder zu gestalten. Es war ein schwerer, langer Weg aber ich konnte wieder nach vorne schauen.

Stellt euch vor ihr werft einen Stein in einen See. Erst plantscht es, dann schlägt er Wellen, doch nach einiger Zeit wird das Wasser wieder ruhig. Genauso könnte man die verschiedenen Stufen des loslassens beschreiben. Wenn wir den einen Traum aufgeben, werden wir sicher bald einen neuen für uns entdecken. Denn wie heißt es immer so schön:

Wer etwas loslässt hat beide Hände frei….

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3 Kommentare

  1. Wirklich sehr schön geschrieben! :-)
    Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir auch immer sehr schwer fällt loszulassen, obwohl ich in meinem Leben so gerne weiterkommen wollte.
    Vor einigen Wochen habe ich es dann endlich geschafft, etwas/ jmd loszulassen und seitdem geht es mir so viel besser! Ich bin super motiviert in meinem Blog weiterzukommen und und und! :-) Es fühlt sich wirklich sehr gut an :-)
    Ganz Liebe Grüße Sarah <3

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