Meine Schwester – eine Liebeserklärung

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Ich rede hier immer wieder von meiner Schwester und ich finde, es wird Zeit das ich euch diesen Menschen mal genauer vorstelle.

Ich habe eine sieben Jahre jüngere Schwester, Spitzname Klee. Sie ist der Mensch der mich schon immer begleitet. Ob ich das nun wollte oder nicht. Sie war halt einfach da. Es war liebe auf den ersten Blick, auch wenn wir die ersten Jahre schon viel gestritten haben. Sie war oft furchtbar nervig und wollte immer mit ins Zimmer, wenn meine Freundinnen da waren.

So vergingen die Jahre, ich heiratete, bekam die Kinder und auch sie wurde größer und erwachsen. Unser Verhältnis war ganz normal würde ich sagen, bis zu dem Tag, an dem mein Exmann auszog. Da veränderte sich plötzlich alles und wir wurden unzertrennlich. Wir begannen nur noch zusammen aufzutauchen und bekamen irgendwann den Spitznamen „die zauberhaften Goll-Schwestern“. Das meiste was ich erlebt habe, habe ich mit ihr erlebt und es gibt Männer die behaupten das wir zusammen nicht auszuhalten sind. Tja, die sind dann halt leider zu schwach für uns. Jemand sagte mal: „Das Schlimme ist, wenn du eine willst, musst du zwei überzeugen!“
Und so ist das. Eigentlich bin ich ja die ältere aber als sich beim Marc Terenzi Konzert jemand vor mich gestellt hat, plusterte sich diese 1,60 Meter Person auf und meinte mit bösem blick: „Hallo, da stand meine Schwester, geh mal zur Seite!“

Uns gab es nur zusammen. Ob wir nun Howard Donald trafen, tanzen waren oder auf Festival gingen. Einmal fuhren wir mit den Kindern in den Urlaub und was soll ich sagen, es war der entspannteste Urlaub, den ich jemals hatte. Wir stellten abends den Fernseher immer auf die Terrasse, tranken Hugo und hatten wahnsinnigen Sonnenbrand. Es war alles so perfekt. Einmal fiel sie abends vom Sofa und meine Kinder erzählen heute noch das sie so betrunken war, dass sie vom Sofa fiel, was natürlich nicht stimmt 😉

Sie war immer für mich da und erlebte all die schlechten Dates mit. Sie ist die, die auf bleibt, bis ich von einem Date zuhause bin und die meine Tränen trocknet wenn es wieder einmal nicht geklappt hat. Einmal wollte sie sogar die Polizei rufen weil ich mich nicht gemeldet habe, da ich ausnahmsweise ein gutes Date hatte und die Zeit irgendwie vergessen hatte. Sie baut mich auf wenn ich traurig bin und hasst aus Prinzip alle, die ich auch nicht leiden kann. Es gibt bei uns diesen Standard Satz: „Mögen wir den?“, dazu müssen wir den anderen gar nicht kennen. Wir sind eine Einheit und ich wüsste nicht ob ich die letzten 4 Jahre ohne sie geschafft hätte.

Irgendwann kam auch für sie die Trennung von ihrem Freund und es kam eine schwere Zeit. Ich konnte auch mal für sie da sein und sie trösten und aufbauen. Sie hatte mehr Glück als ich und war relativ schnell in einer neuen Beziehung. Und was soll ich sagen, ihr neuer Freund musste auch gleich Lernen was es heißt uns in der Kombi zu erleben. Ich würde aber sagen er hat alle Tests bestanden und darf sie jetzt heiraten.

Ich bin ihre Trauzeugin und da hat sie mich ganz schön hinters Licht geführt. Die ganze Zeit erzählte sie mir, es wird ihre beste Freundin und als es so weit war, kam sie mit einem Kästchen und darauf stand:
Willst du meine…
und drin war ein Armband mit
….Trauzeugin….
…werden?
Ich musste weinen so gerührt war ich. Aber sie macht immer so süße Sachen. Und ich bin unendlich stolz und glücklich das mir diese ehre zu teil wird. Ich hoffe ich mache alles richtig und versuche sie zu unterstützen wo ich kann.

Gestern waren wir ihr Brautkleid kaufen und was soll ich sagen? Sie ist so wunderschön. Als sie in ihrem Kleid aus der Kabine kam und übers ganze Gesicht strahlte hatte ich tränen in den Augen. Aus dem kleinen, nervigen Mädchen ist eine wunderschöne Frau geworden.
Ich kann ihr wahrscheinlich nie das zurück geben was sie schon für mich getan hat, aber ich werde immer für sie da sein und wünsche mir einfach das wir uns immer so lieben, wie wir es im Moment tun.

Für dich Kleechen:

Nennen wir es Schicksal
Das was uns die Richtung schenkt
Das hat uns nicht aus Zufall
Auf den selben Strand gelenkt

Und ich wusste du wirst bleiben
Wenn das Wasser wieder geht
Die Wellen auseinander treiben
Bist du der Fels der noch besteht?

Du bist meine Insel, meine Sandbank weit im Meer
Ich kann mich zu dir flüchten. Du setzt dich für mich zur Wehr
Wir sind so verschieden und doch ähnlich. Ich geh‘ mit auf deinem Weg
Wie vermisse ich dich sehnlich.
Bist du nicht an meinem Steg?
Du bist meine Insel, meine Sandbank weit im Meer
Und ich wünscht‘ du wärst näher
Denn ich brauch‘ dich so sehr

(Lyrics, Sarah Connor)

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4 Kommentare

  1. Wow <3 ich hab ja schon immer gedacht, deine Schwester ist echt cool… Aber dieser Text hat mir schon fast die Tränen in die Augen getrieben…
    Ich hab mir immer eine Schwester gewünscht (hat leider nicht geklapt) und finde eure enge Beziehung beneidenswert – geniesst es miteinander!
    Alles Liebe,
    Debby

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