Das Döner Date

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Vielen Dank an Eva von http://www.fotoliebe-evamertin.de/ . Wenn auch ihr euer schlimmstes Date mit uns teilen möchtet dann schreibt mir einfach. Ich freue mich auf euere Geschichten.

Eines meiner schlimmsten Dates war mit Sicherheit das mit ( nennen wir ihn ) Philipp.Wir haben uns auf einer der damals angesagten Plattform kennen gelernt. Er hat mir ein Foto zukommen lassen, welches tatsächlich sehr ansprechend war. Daraufhin haben wir uns in Mainz auf einen Drink verabredet. Als ich an dem besagten Abend das Lokal betrat, hatte ich wirklich Glück, dass ich ihn überhaupt identifizieren konnte.
Denn hätte er nicht gewunken, hätte ich ihn mit Sicherheit überhaupt nicht wahrgenommen. Denn nicht nur sein Äußeres, sondern auch die Tatsache, dass er nicht alleine gekommen war, ließen ihn durch meinen Radar fallen.
Etwas erstaunt bahnte ich mir also den Weg durch den Raum. Da war er also: Philipp, der locker 60 kg mehr auf den Rippen, deutlich schütteres Haar und zwei Zähne weniger als auf dem Foto vorzuweisen hatte.
Und weil das scheinbar noch nicht genug war, hatte er auch seinen besten Kumpel mitgeschleppt. Die beiden starrten mich an, als ob ich von einem fremden Planeten direkt an ihren Tisch gebeamt worden wäre.
Normalerweise hätte ich mich sofort auf dem
Absatz umdrehen müssen. Aber ich wollte nicht unhöflich sein. Daher bestellte ich mir ein Bier und ließ es einfach auf mich zukommen.
Und es kam etwas auf mich zu!
Nachdem Philipp sich entschuldigt hatte, um auf die Toilette zu gehen, quetschte sein Freund mich nach allen Regeln der Kunst aus. Sein Freund wäre ja sehr anspruchsvoll und die Frau, welche er sich an seiner Seite vorstelle, müsste schon richtig was zu bieten haben. Ich nickte und versuchte ernst zu schauen.
Ob ich denn oft Bier trinken würde?
Ja, dachte ich. Gerade ist mir allerdings nach einem schwarz gebrannten Korn aus einem russischen Hinterhof.
Auf meiner Frage, was Philipp denn so zu bieten hätte, ereiferte er sich:
Also der Philipp, der ist richtig intelligent und hat ganz ganz viele Hobbies. Der macht ganz viel Sport und ist in 12 Vereinen Mitglied.
Aha. In diesem Fall konnte ich mir die Tatsachen nicht mal mehr schön trinken. Ich ließ durchblicken, dass ich wirklich hungrig war und unbedingt noch etwas essen müsste.
Da ließen die beiden sich nicht lumpen.
Sie luden mich großzügig zu einem Döner am Bahnhof ein.
Ich dachte, wenn ich schon so ein deprimierendes Erlebnis ertragen muss, dann gönne ich mir doch wenigstens noch den größten Dönerteller der Stadt. Unter staunenden Augen der beiden habe ich dann den kompletten Teller inhaliert. Wo ich das denn hin stecken würde? Anscheinend an eine andere Stelle als Philipp, der alte Ironman.
Zum Abschied hat Philipp dann noch versucht mich zu küssen. Ich konnte ihm nur mit einer matrixartigen Bewegung ausweichen. Lieber hätte ich einem frisch aus der Mülltonne gekrabbelten Waschbären einen Zungenkuss gegeben, bevor Philipp auch nur die Chance bekommen hätte, mit seinen mit Knoblauch Soße verklebten Lippen an mich ranzukommen.
Ein wirkliches Desaster. Aber immerhin war ich satt und konnte ohne weitere Fragen entkommen.
Nein, er hat tatsächlich nicht gefragt, ob wir uns wiedersehen.
Vermutlich habe ich seinen Ansprüchen einfach nicht genügt.

 

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