Die Nachtwanderung

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Ich frage mich, was das ist, das wir manche Menschen einfach nicht vergessen können? Was prägt uns? Was löst aus das wir manche Menschen gehen lassen können und von anderen einfach nicht los kommen? Ich hatte neulich ein ganz wundervolles Date mit einem Mann, den ich einfach nicht vergessen kann.

Es war ein wunderschöner, lauer Samstag. Wir verabredeten uns in der Stadt um etwas Bummeln zu gehen. Er ist ein sehr aufregender Mann, mit vielen Geschichten, der immer etwas zu erzählen hat. Wir schlenderten Hand in Hand durch die Stadt, gingen beim Chinesen etwas essen und beschlossen dann noch ins Kino zu gehen. Es war irgendwie süß als wir, wie zwei Teenager Händchen haltend an der Kinokasse standen und mir noch eine Cola kaufte. Ja, nicht jeder Mann ruft dich vor dem Kino besuch an das du deine eigenen Getränke mitbringen sollst http://1000schlechtedates.de/2016/03/05/ein-teuerer-kinobesuch/ .

Er hielt während des ganzen Films meine Hand und immer wenn es spannend wurde drückte er meine Hand ganz fest. Währenddessen steckte er mir immer wieder ein Gummibärchen in den Mund.
Als der Film aus war liefen wir gemütlich zum Auto, als er meinte: „Ein Milchshake wäre jetzt nicht schlecht.“ Es war zwar schon spät, aber ich hatte auch nichts dagegen einzuwenden. Wir fuhren in ein Drive In und als wir wieder auf er Straße waren sah er mich grinsend an und meinte: „Ich weiß was wir jetzt machen, vertrau mir.“ Er fuhr los und schon nach wenigen Minuten hatte ich keine Ahnung mehr wo wir waren. Ich, als grundsätzlich misstrauischer Mensch, sagte nur: „Wenn du mich jetzt tötest und vergräbst, wird man mich nie wieder finden!“ Liebevoll lächelte er mich an und meinte nur wieder: „Vertrau mir, du wirst es lieben.“

Er fuhr eine dunkle Gasse entlang, es ging immer bergauf und plötzlich bog er auf einen Parkplatz ab. Plötzlich wusste ich wo wir waren, auf einem Berg in der Fränkischen Schweiz, mitten in der Nacht. Er nahm meine Hand und meinte: „Komm mit, du wirst den Ausblick da oben lieben.“ Ich war plötzlich heil froh mit heute mal für Ballerinas und nicht für die High Heels entschieden zu haben. Hand in Hand liefen wir im dunkel den Berg hinauf. Eigentlich hatte ich schon gar keine Lust mehr zu laufen und fing an zu meckern. „Wir sind gleich da, es lohnt sich“ meinte er nur geduldig lachend.
Und tatsächlich, nach wenigen Minuten waren wir oben auf dem Berg. Er nahm mich noch mal an die Hand und führte mich über ein Paar große Steine gar an den Gipfel hinauf. Es war totenstill und nur der helle Mond diente als einzige Lichtquelle. Wir standen oben auf dem Gipfel und hatten einen wunderschönen Ausblick ins Tal.

Er nahm mich in den Arm und für ein Paar Minuten sprach keiner von uns. Ich genoss die Ruhe die ich mit ihm hatte. Während ich sein Herz schlagen hören konnte, dachte ich mir, wie gut dieser Mann roch und war einfach nur glücklich mit ihm hier oben zu sein. Nur wir zwei. Kein großes Tam Tam, eine große Action und dennoch unendlich romantisch.
Nach einiger Zeit begann er mir das Tal zu erklären und zeigte mir, wo welcher Ort war. Ich meinte irgendwann, dass ich es schön fände zu Wissen wie die Sterne über uns heißen würden. Den großen Wagen konnte er noch benennen, aber irgendwann war auch sein wissen am Ende. Er holte sein Handy aus der Hosentasche und lud sich eine App herunter, um mir die Sterne zu erklären.

Ich weiß nicht wie lange wir da oben waren, aber ich hätte mir gewünscht, dass diese Zeit nie zu Ende geht. Es fühlte sich so an als gäbe es nur uns zwei. Der Rest der Welt war so unendlich weit weg.
Aber auch in der schönsten Frühlingsnacht fragen wir Frauen irgendwann mal an zu frieren und so führte er mich wieder Berg hinunter zum Auto. Als wir zurück fuhren schob sich eine Dicke Wolke vor den Mond und ein fürchterlicher Schauer begann. Wir mussten beide Lachen und als wir auf meinem Sofa einen Film schauten legte ich meinen Kopf an seine Schulter und schlief so glücklich wie seit Monaten nicht mehr ein.

Wie es mit uns weiter ging? Nun das werden wir sehen…..

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