Scheiße gelaufen

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Ich bin ja Mama und somit muss ein Mann nicht nur mich überzeugen, sondern auch meine zwei Jungs. Bis es ein Mann zu meinen Kindern schafft, ist es ein weiter Weg und dann gelingt es mal mehr, mal weniger.

Hier eine kurze Vorgeschichte: Mein Sohn wollte schon immer einen richtigen Fußball, also so einen wie ihn die Fußballer haben, von Adidas und zu Weihnachten bekam er endlich so einen Fußball von seiner Patin geschenkt. Dieser Ball musste überall mit hin und war laut seiner Aussage Perfekt. Nicht zu hart und nicht zu weich.
So kam es also dass Oliver mich mit zu seinen Freunden nahm. Es war ein toller warmer Abend und wir wollten im Garten grillen. Ich nahm meine Kinder mit, denn in meinen Augen war in einer größeren Runde ein zwangloses Kennenlernen möglich.

Wir kamen also in einem kleinen Gärtchen an und die Kinder spielten glücklich auf der Wiese. Neben dem Garten war eine kleine Straße und ein Bauernhof mit Kühen, die fröhlich im Stall muhten. Oliver kam dazu und begann mit meinen Kindern Fußball zu spielen. Natürlich wollte er bei meinen Kindern gut ankommen und kam auf die glorreiche Idee den Fußball auf das Dach des Schuppens zu schießen und ihn da oben wieder abprallen zu lassen. So zumindest seine Theorie. Er schoss also den Ball auf das Dach, der Ball prallte ab, flog aufs Nachbargrundstück und war verschwunden.

Nun war guter Rat teuer. Oliver kam auf die Idee meinen kleinen Mann über den Zaun zu heben. Leider stellte sich das nicht als die aller beste Idee heraus denn als er ihn über den Zaun heben wollte zerriss er seine Hose. Wie ihr euch denken könnt war ich sehr erfreut. Die Männer beschlossen außen herum zu laufen während mein kleiner sich schon mit großen, traurigen Augen neben mich setze.
Olivers Freund witzelte noch, der wird in die Güllegrube gefallen sein. (Güllegrube kann man das nicht nennen, das war ein riesiges Güllefass mit ca 6 Metern Durchmesser und wahrscheinlich ewig tief). Einer der Männer stieg auf ein Gitter das davor stand und rief: „Tatsächlich, da schwimmt der Ball!“ Bei meinem Sohnemann kullerten schon die Krokodilstränen hinunter „Mein schöner Ball!“ , schluchzte er.

Nun war guter Rat teuer. Wir konnten ja schlecht in die Güllegrube klettern, aber drin liegen lassen wollten wir ihn auch nicht. Einige Augenblicke später kam einer von Olivers Freunden mit einer Schneeschaufel um die Ecke. An den Stiel hatte er noch ein Bambusrohr gebunden und kletterte mit dieser Konstruktion auf das Gitter am Fass. Sein Freund war nicht gerade der schlankste und so hing nun dieser gut gebaute Mann mit der Schneeschaufel über dem Güllefass und versuchte den Ball herauszufischen. Ich konnte nicht anders, ich musste herzhaft loslachen. Ich meine, stellt euch das mal vor, da stehen 3 Männer ums Güllefass, einer hängt darüber und jeder hofft, dass er das Gleichgewicht nicht verliert. Das sah einfach zu lustig aus.
Für meinen kleinen machte es das leider nicht besser. Oliver versuchte ihn zu trösten und sagte: „Es tut mir sooo leid, ich kaufe dir einen neuen.“ Doch er meinte nur verzweifelt: „Wer weiß ob du dir das leisten kannst!“ Diese Situationskomik war unbeschreiblich, das hättet ihr erleben müssen.

Wenn Männer zusammenarbeiten weiß es ja jeder immer am besten und nach einigen Tipps die an den armen Kerl ausgeteilt wurden hatte er es tatsächlich geschafft den Ball herauszufischen. Nun war er leider rund um voll mit Kuhscheiße und die Überlegung war wie sie ihn nun sauber bekommen sollten. Sie versuchten alles: von Waschmittel, über Duschgel bis hin zu Badreiniger. Der Geruch ging nicht mehr heraus. Wir beschlossen zwar den Ball zu behalten aber wirklich damit spielen wollte mein Sohn dann auch nicht mehr. Man merkte wie leid es Oliver tat. Das war im wahrsten Sinn des Wortes scheiße für ihn gelaufen.
Später saßen wir alle ums Lagerfeuer und die zwei Männer waren wieder versöhnt.

Am nächsten Tag fuhren wir zu Adidas und Oliver kaufte einen coolen Fußball, der perfekt war. Nicht zu hart und nicht zu weich.
Ja, anscheinend konnte er sich den gerade noch so leisten 😉

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