Freundschaft zwischen Mann und Frau – kann das gut gehen?

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Diese Frage ist wohl schon genauso Alt wie das Thema an sich.  Es gibt ganz klar zwei Meinungen: die eine Front, die behauptet, dass dies sehr wohl möglich sei und das andere Lager, das standhaft dabei bleibt, dass Männer und Frauen nicht befreundet sein können, ohne dass zumindest von einer Seite doch mehr dahinter steckt als nur eine Freundschaft.

Wie man über dieses Thema denkt hängt wahrscheinlich davon ab was man persönlich für Erfahrungen gemacht hat. Ich selbst habe es mehr als einmal erlebt das bei einer Freundschaft einer dann plötzlich mehr wollte. Alle diese Freundschaften sind daran zerbrochen, was für mich immer ein Verlust war.

Meine persönlichen Erfahrungen bestätigen auch zahlreiche Studien. Meistens sind es die Männer die dann mehr in der Freundschaft sehen. Während die Frauen  einfach nur Freundschaft verspüren, neigen die Männer dazu, offen zuzugeben, dass sie sich durchaus vorstellen, dass aus der Freundschaft zu einem späteren Zeitpunkt doch tatsächlich Liebe werden könne oder zumindest Sex ins Spiel komme. Und nicht nur das, sondern die Männer gehen auch oft davon aus, dass diese Anziehung von beiden Seiten vorhanden sei, sprich ihre Freundin das gleiche fühle (was jedoch nicht der Fall war). Wird das dann offen ausgesprochen ist es oft das Ende der Freundschaft.

Uns Frauen scheint es also wesentlich einfacher zu fallen, mit einem Mann auf einer rein freundschaftlichen Ebene zu agieren. Besonders dann, wenn wir selbst oder der „gute Freund“ in einer Beziehung sind. Ist dies nun der Behauptung geschuldet, dass der Mann einen ausgeprägteren Sexualtrieb hat als die Frau, und das Begehren bei ihm meist evolutionärer Motivation unterliegt? Oder ist der Übergang zwischen Freundschaft und Liebe doch so fließend, wie immer wieder vermutet wird? Denn schließlich lässt die erotische Anziehungskraft auch innerhalb einer Beziehung irgendwann nach – bei manchen versiegt sie gänzlich, sie schlafen gar nicht mehr miteinander und trennen sich dennoch nicht.

Eigentlich ist es auch egal ob es funktioniert oder nicht. Die Frage taucht oft erst dann auf, wenn Beteiligte unter der Freundschaft leiden, das sind vor allem die jeweiligen Partner, wenn welche vorhanden sind. Wie viel Freundschaft zwischen Mann und Frau verträgt eine Partnerschaft? Wo ist die Grenze an Verbundenheit, Nähe, Kontakt und Vertrautheit, die unser Partner mit seiner besten Freundin bzw. besten Freund leben kann, ohne dass wir an Eifersucht zergehen und/oder diese unsere Beziehung ins wanken bringen  kann?

Dies herauszufinden ist keine leichte Aufgabe. Wenn man eine Freundschaft mit einem nicht-gleichgeschlechtlichen Menschen hat, dann sollte man auf jeden Fall so sensibel sein, um zu wissen, dass diese für den Partner im Normalfall keine einfache Sache ist und es somit sehr wichtig ist, den Partner in diese Freundschaft mit einzubinden, dasselbe tut man mit seinen gleichgeschlechtlichen Freunden ja schließlich auch. Kein Wunder also, dass ein Mann mit einer guten Freundin, oder eine Frau mit einem guten Freund, zu Hause mit dem eigenen (Ehe-)Partner häufig Probleme bekommt. Laut einer Befragung hatte es jeder dritte schon mal mit der Eifersucht des Partners zu tun. Diese sind nicht immer ganz unberechtigt wie wir ja weiter oben schon gelesen haben.

Ängste und Bedenken sollten vom Partner ernst genommen werden und gemeinsam ein Weg gefunden werden, der für alle Beteiligten passt. Für die meisten Menschen gilt eben, dass der Partner die Nummer eins im Leben ist und uns am nächsten steht. Und mit viel Offenheit kann dann die Freundschaft zwischen Mann und Frau, auch in einer Partnerschaft, funktionieren.

Ich persönlich glaube nicht mehr an die tiefe Freundschaft zwischen Mann und Frau. Zu oft musste ich andere Erfahrungen machen. Ich habe immer noch männliche bekannte, aber die wären nicht die erste Wahl wenn ich mich an jemanden wenden müsste weil ich einen Freund brauche. Für mich geht nichts über meine Freundinnen und ich muss gestehen, ich gehöre zu den Menschen die ihre Freundinnen wirklich lieben und ich bin sehr dankbar das ich sie alle habe.

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1 Kommentar

  1. Ich gehöre zu den Menschen, die klar für geschlechtsunabhängige Freundschaften sind; mein bester Freund gehört zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben.
    Wir wissen, dass wir einander jederzeit alles sagen können und gehen offen damit um, dass wir vor einigen Jahren mal sexuell aktiv miteinander waren, weil wir nichts mit fremden Menschen anfangen wollten. Seine Freundin weiß das und weiß, dass wir nichts mehr miteinander machen würden; schon gar nicht, wenn einer von beiden vergeben ist.
    Obwohl wir uns also wirklich sehr intim kennengelernt haben, haben wir eine tolle Freundschaft ohne romantische Gefühle; ich denke, es hängt einfach sehr davon ab, welche Charaktere aufeinander treffen und wie gut kommuniziert wird. :)

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